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103 eine Parodie auf das Verfahren Napoleon's, der ſich dadurch gewiß nicht geſchmeichelt fuͤhlte; denn in manchen Faͤllen iſt der Umſtand, daß Andere uns nachahmen, fuͤr uns keine Huldigung, ſondern im Gegentheil die bitterſte Satyre. Die Konſtiturkon von St. Domingo ward ſogleich in Kraft geſezt, je⸗ doch mit einiger Ruͤckſicht auf die franzoͤſiſche Regle⸗ rung, deren Genehmigung feierlich nachgeſucht wur⸗
de. Es lag am Tage, daß der Afrikaner zwar nicht
abgeneigt war, die Oberherrlichkeit Frankreichs dem Namen nach anzuerkennen, die wirkliche Reglerungs⸗ gewalt aber ſchlechterdings ſelbſt ausaͤben wollte. Aber dies ſtimmte nicht zu den Planen Napoleon's, dem es ſo ſehr darum zu thun war, Frankreich wie⸗ der dasjenige zu verſchaffen, was es im Kampfe mit der uͤberlegenen brittiſchen Seemacht eingebuͤßt hatte — Kolonten, Schifffahrt und Handel.
Eine gewaltige Expedition ward in den Haͤfen von Breſt, l'Orient und Rochefort ausgeruͤſtet, um St. Domingo dem franzoͤſiſchen Reiche wieder voͤllig zu unterwerfen. Die Flotte beſtand aus vierund⸗ dreißig Kriegsſchiffen von vierzig und mehr Kanonen, und aus mehr als zwanzig Fregatten und kleinern
bewaffneten Fahrzeugen. Dieſe Flotte hatte uͤber
20,000 Mann an Bord; General Leclerc, Schwager des erſten Konſuls, dem ein zahlreicher Generalſtab, aus den tapferſten und erſahrenſten Offizieren beſte⸗ hend, zugetheilt war, befehligte das Ganze.


