Teil eines Werkes 
38. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 9. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
Einzelbild herunterladen

98

der Herrſchaft von Venedig zu entziehen. Brescia und Bergamo insbeſondere erhoben ein Unabhaͤngig⸗ keitsgeſchrei.

In dieſem Zuſtand von Zwietracht ſah Napoleon⸗ fuͤr ſich ein bereits gewonnenes Spiel; waͤhrend er einerſeits den Eifer der Patrioten einſtweilen zu maͤ⸗ ßigen ſuchte, gab er ſich auf der andern Seite alle Muͤhe, den Senat von Venedig zu uͤberzeugen, daß es fuͤr ihn keine andere Politik gebe, als mit Frank⸗ reich ein Schutz⸗ und Trutzbuͤndniß zu ſchließen und 8 ſeine Truppen mit derjenigen Armee zu vereinigen, die jetzt im Begriffe war, den Oeſterreichern zu Leibe zu gehen. Er erbot ſich unter dieſen Bedingungen der Republik ihre Beſitzungen zu garantiren, ohne auf irgend eine Modifikation ihrer oligarchiſchen Ver⸗ faſſung zu beſtehen. Aber die Venetianer wollten ſich durchaus neutral verhalten, und zwar, wie ſie ſagten, in Gemaͤßheit ihrer althergebrachten, ſo wei⸗ ſen Politik, von der ſie nicht laſſen koͤnnten.Es

ſey ſo! erwiederte Napoleon,bleibt neutral! Ich

habe nichts dagegen; ich ziehe gegen Wien, laſſe aber franzoͤſiſche Truppen zuruͤck, um Eure Republik im Auge zu behalten. Entlaſſet jedoch Eure neu⸗ erlich ausgehobenen Truppen, und wiſſet, daß waͤh⸗ rend meines Aufenthalts in Teutſchland auf Eurem Gebiete meine Verbindungen, meine Zuzuͤger, meine

Zufuhren unterbrochen, angegriffen, aufgehoben wer⸗

.