94 und Neapel befindlicher Gegenſtaͤnde, gebe, einge⸗ ſammelt,“— dieſelbe Depeſche enthielt noch eine Beilage ganz anderer Art: das ſehr ehrerbietige und beinahe unterwuͤrfige Schreiben von Napoleon an den Pabſt, worin er Seine Heiligkeit erſucht, denjenigen Perſonen, welche die aufrichtigen Geſinnungen Frank⸗ reichs verdaͤchtigen moͤchten, kein Gehoͤr zu ſchenken, und die Verſicherung beifuͤgt, daß die franzoͤſiſche Re⸗ publik ſich gegen Seine Heiligkeit jederzeit redlich erweiſen werde, daß er ſelbſt die groͤßte Verehrung fuͤr Dieſelbe hege und nichts ſehnlicher wuͤnſche gls ſolche zu bethaͤtigen.
Dieſer Brief ward zu jener Zeit fuͤr ſehr ergetz⸗ lich gehalten, in ſoferne er nicht ſowohl die Geſin⸗ nungen eines Sansculottengenerals, ſondern vielmehr diejenigen eines civiliſirten Wegelagerers offenbarte und an jenen Macheath erinnerte, der die Reiſen⸗ den, die er gepluͤndert, nie anders entließ, als mit den beſten Wuͤnſchen fuͤr ihr gutes Fortkommen.
Weit edler und liebenswuͤrdiger erſcheint das Bo⸗ tragen Napoleons gegen die kleine aber intereſſante Republik San Marino. Dieſer Staat, der den Pabſt
nur als ſeinen Beſchuͤtzer, nicht als Oberherrn aner⸗
kennt, hatte in einer langen Zeit eine Unabhaͤngig⸗
keit behauptet, die von allen Eroberern, ſey es aus
Geringſchaͤtzung oder aus Achtung verſchont worden war. Er beſteht aus einem einzigen Berge und aus


