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folge an die Felſen des Landes verſchwenden koͤnnen. Das Tyrol, eine der fruͤheſten Beſitzungen des Hau⸗ ſes Oeſterreich, war von den öſterreichiſchen Fuͤrſten ſtets mit Achtung der den Einwohnern zuſtehenden Privilegien regiert worden; letztere waren bereits im Genuſſe perſoͤnlicher Freiheit. Geſichert in allen zu ihrem Wohl erforderlichen Gerechtſamen, konn⸗ ten dieſe klugen Bauern aus der Hand eines frem⸗ den Generals nichts erwarten, als was Buonaparte ſelbſt die vom Kriegszuſtande unzertrennlichen Plak⸗ kereien genannt hatte, worunter alles Ungemach zu verſtehen iſt, was einem Lande aus der Habſucht des darin gebietenden Generals, aus dem nothwendigen Bedarf der Soldaten erwachſen mag, der groͤberen Mißhandlungen, die ſich Pluͤnderer und Nachzuͤgler gegen die Einwohner erlauben moͤgen, nicht zu ge⸗ denken. Außerdem, daß die Tyroler dieſe Folgen in ihrer Klugheit zu berechnen wußten, waren ſie zu⸗ gleich auch von einem edlen Geiſte der Nationalun⸗ abhaͤngigkeit beſeelt; und ſo beſchloſſen ſie, ihre Ge⸗ birge nicht durch die Erſcheinung eines fremden Hee⸗ res entehren zu laſſen und ihren heimathlichen Bo⸗ den mittelſt ihres nie fehlenden Geſchoſſes vor die⸗ ſer Schmach zu bewahren. Sie trafen alle Anſtal⸗ ten zu ihrer Vertheidigung; damals wurden am Nande jener ſteilen Abſtuͤrze, die das Innthal und. andere Tyrolerpaͤſſe begrenzen, jene Maſſen von
Felsſtuͤkken und Baumſtaͤmmen aufgehaͤuft, wo ſie


