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ſtand. Zuruͤckgewieſen von den Bergmaͤnnern, ſeinen fruͤhern Genoſſen, welche jezt zuerſt das Geſchrei gegen ihn erhoben, wandte er ſich an die Girondi⸗ ſten, ſo gering an Zahl und ſchwach ſie auch waren, und an die zahlreichen, aber ebenſo huͤlfloſen De⸗ putirten der Ebene, in deren Mitte jene Schutz ſuchten. Jene wieſen ihn mit Abſchen, dieſe mit Entſetzen von ſich. Vergebens erinnerte er einzelne, daß er ihr Leben geſchont habe, als es in ſeine Ge⸗ walt gegeben war. Dies galt aber von jedem Mit⸗ glied des Hauſes, von jedem einzelnen Menſchen in ganz Frankreich; denn wer hatte ſeit zwei Jahren anders gelebt, als mit der Erlaubniß Robespierre's? Und ſchwer mag er jetzt in ſeinem Innern die Mil⸗ de, wie er es nannte, bereut haben, daß er ſo viele Kehlen verſchont hatte, die jetzt ihn anbellten. Allein ſeine heſtigen und wiederholten Aufforderungen wur⸗ den von einigen mit Unwillen, von andern mit fin⸗ ſterem, oder verlegenem und ſurchtſamem Schweigen erwiedert.
Ein engliſcher Geſchichtſchreiber muß ſagen, daß ſelbſt Robespierre zu ſeiner Vertheidigung haͤtte ge⸗ hoͤrt werden ſollen, und daß eine ſolche Ruhe dem Konvent Ehre gemacht, und ſeinem endlichen Ver⸗ dammungsurtheil Wuͤrde verliehen haben wuͤrde. Wie die Sachen ſtanden, behandelten ſie den Schul⸗ digen, wie er es verdiente; aber ſie vergaßen jenes gelaſſene und ſtandhafte Benehmen, das ſie ſich


