32 ſich jetzt auf einen gut aufgeſtutzten Bart beſchraͤnkten) — den Krieger und nicht den Weiſen an.
„Biſt Du noch immer ſo verwundert“, ſagte der Emir,„und biſt Du mit ſo wenig Aufmerkſamkeit in der Welt umhergewandert, daß es Dich befremden kann, daß die Menſchen nicht immer ſind, was ſie ſcheinen? — Du ſelbſt— biſt Du, was Du ſcheinſt?“
„Nein, beym heiligen Andreas!“ rief der Ritter aus;„denn dem ganzen chriſtlichen Lager ſcheine ich ein Verraͤther, und ich ſelbſt weiß, daß ich ein treuer, ob⸗ ſchon fehlerhafter Mann bin.“
„Gerade ſo urtheilte ich von Dir“, ſagte Ilderim, „und da wir mit einander Salz gegeſſen hatten, ſo hielt ich mich fuͤr verpflichtet, Dich von Tod und Schmach zu erretten— Allein warum liegſt Du noch auf dieſem Lager, da doch die Sonne ſchon hoch am Himmel ſteht? oder ſind die Kleider, die meine Saumthiere gebracht haben, unwurdig, daß Du ſie traͤgſt?“
„Sicherlich nicht unwuͤrdig, allein unpaſſend fuͤr mich“, erwiederte der Schotte;„gieb mirzdie Kleidung eines Sclaven, edler Ilderim, und ich werde ſie mit Vergnügen anlegen; allein ich kann es nicht uͤbers Herz bringen, das Gewand des freyen, morgenlaͤndiſchen Krie⸗ gers mit dem Turban des Muſelmanns zu tragen.“
„Nazarener“, antwortete der Emir,„Deine Na⸗ tion naͤhrt ſo leicht Argwohn, daß es wohl ſie ſelbſt verdaͤchtigen kann. Habe ich Dir nicht geſagt, daß Saladin nur Diejenigen bekehren will, welche der hei⸗


