Teil eines Werkes 
9. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 4. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20 wenigſtens den guten Willen dazu gezeigt hat, und verdankte ich nicht Deinem Zutrauen die Freiheit die⸗ ſer Haͤnde, die Du mit Feſſeln haͤtteſt belaſten koͤn⸗ nen, ſo wollte ich Dir, obſchon unbewaffnet, zeigen, daß es kein leichtes Geſchaͤft iſt, mich zu zwingen.

Genug, genug! erwiederte der arabiſche Ardt; wir verlieren Zeit, wann ſie koſtbar iſt.

Mit dieſen Worten erhob er ſeinen Arm, und ließ einen lauten, durchdringenden Schrei ertoͤnen, als Zeichen fuͤr diejenigen ſeines Gefolges, die ſich au⸗ genblicklich auf der Oberſtaͤche der Wuͤſte nach ſo ver⸗ ſchiedenen Richtungen zerſtreuten, als ein Roſen⸗ kranz, wenn die Schnur zerriſſen iſt. Sir Kenneth hatte keine Zeit, um das zu bemerken, was nun folg⸗ te, denn in demſelben Augenblicke ergriff Hakim den Zuͤgel ſeines Pferdes, und ſpornte ſein eigenes an. Beide flogen nun wie der Blitz, und mit einer Schnel⸗ ligkeit dahin, die den ſchottiſchen Ritter beinahe des Athems beraubte, und ihn durchaus unfaͤhig machte, den Lauf ſeines Fuͤhrers zu hemmen, wenn er es ge⸗ wünſcht haͤtte. So geuͤbt auch Sir Kenneth von ſei⸗ ner fruͤheſten Jugend an in der Rettkunſt war, ſo war doch das ſchnellſte Pferd, das er je beſtiegen hatte, nur eine Schildkroͤte in Vergleichung mit de⸗ nen des arabiſchen Weiſen. Sie warſen den Sand hinter ſich und ſchienen die vor ihnen liegende Wuͤſte

zu verſchlingen. Meilen flogen wie Minuten hin⸗ weg, und doch ſchien ihre Kraft ungeſchwaͤcht und ihre