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ſich im Leſen unterbrach und mit Neville engliſch ſprach, —„Diele morgenländiſchen Nationen ziehen Nutzen von den Kreuzfahrern— ſie lernen die Ritterausdrücke. Aber ſieh doch Neville, wie verwirrt der Burſche aus⸗ ſieht— wenn er nicht ſchwarz wäre, ſo würde er, glaube ich, erröthen. Es ſollte mich nicht wundern, wenn er derſtehi, was ich ſage— ſie ſind gefährliche Sprach⸗ enner.“
„Der arme Sklave kann den Blick Ew. Majeſtät nicht ertragen.“ ſagte Neville,„nichts weiter.“
„Gut“ ſagte der König, indem er mit dem Fin⸗ ger auf das Papier ſchlug,„aber dieſe kühne Rolle
ſant ferner, daß unſer getreuer Stummer mit einer Bot⸗ ſchaft vom Saladin an die Lady Editha Plantagenet beauftragt iſt, und um Mittel und Gelegenheit bittet, ſie auszurichten. Was hältſt du von ſo einer beſcheide⸗ nen Bitte— was, Neville?“,.
„Ich weiß nicht,“ erwiederte jener,„wie Ewr. Gnaden dieſe Frechheit aufnehmen wird; aber das weiß ich, daß der Bote, der eine ſolche Birte von Ewr. Ma⸗ jeſtät an den Sultan brächte, ſicher um einen Kopf klei⸗ ner würde.“
„Nun, ich danke dem Himmel dafür, daß ich kein Gelüſte nach ſeinen ſchwärzlichen Schönheiten habe, ſagte Richard; und den Burſchen zu beſtrafen, der eben ſeines Herrn Botſchaft ausrichtete und zwar in dem⸗ ſelben Augenblick, wo er mir das Leben rettete— höre, das ſcheint mir doch auch eben nicht ganz löblich ge⸗ than. Neville, ich will Dir ein Geheimniß anver⸗ trauen.— Denn obzwar unſer ſchwarzer, ſtiller Freund gegenwärtig iſt, ſo kann er es doch, wie Du wohl weißt, nicht weiter erzählen, ſelbſt wenn er es vielleicht verſte⸗ hen ſollte— ich muß Dir alſo ſagen, daß ich in den letzten vierzehn Tagen einem ſeltſamen Zauber unter⸗ liege, den ich ſehr gern gelößt ſähe. Kaum hat mir jemand einen guten Dienſt geleiſtet, ſieh! ſo ſchadet er ſich gleich mit einer großen Beleidigung, die er mir zufugt; wiederum iſt derienige, welcher wegen eines Un⸗


