139 Horn, das Horn,“ rief einer aus.„Wenig Unter⸗ ſchied iſt zwiſchen einem Türken und einem türkiſchen Pferde, wir wollen ihn auch ſo behandeln.“
„Beim St. Georg, ihr werdet ihn erſticken,“ ſagte Long Allen;„und überdieß iſt es ja eine Sünde, an ei⸗ nem heidniſchen Hunde ſoviel Wein zu verſchwenden, als einem guten Chriſten zum Nachttrunk dienen könnte.“
„Du kennſt die Natur dieſer Türken und Heiden nicht Long Allen,“ erwiederte Henry Woodſtall;„ich ſage dir Freund, dieſe Flaſche Cypernwein wird ſeinen Kopf gerade zu einer entgegengeſetzten Sache bringen, als zum Wirbeltanz, vielleicht gar zu ſich ſelbſt.“ Er⸗ ſticken?—„er wird ſo wenig daran erſticken, wie ein Hund an einem Kalbsknochen.“
„Und was das Beneiden betrifft, wie kannſt du ſo einen armen Teufel um einen Trunk auf Erden be⸗ neiden, da du weißt, daß er in einer langen Ewigkeit keinen Tropfen bekommen wird, um die Spitze ſeiner Zunge anzufeuchten.“
„Das wäre doch hart,“ ſagte Long Allen,„enn er auf ewig verdammt würde, bloß weil er ein Türte iſt, wie ſein Pater einer war. Ja, wenn er als ein geborner Chriſt ein Heide geworden wäre, dann wäre freilich das heißeſte Eckchen noch ein gutes Winterquar⸗ tier für ihn.“
Halt dein Maul, Long Allen,“ ſagte Henry Wood⸗ ſtall;„wahrhaftig die Zunge iſt nicht der kürzeſte Theil deines Körpers, und ich ſage dir voraus, ſie wird dich noch in Ungnade bei dem Vater Franzis bringen, wie einſt wegen der ſchwarzäugigen ſyriſchen Dirne.— Aber da kommt das Horn. Trinke Freund, willſt du, oder ich reiße dir deine Zähne mit dem Stiel deines Dolches auf.“
„Halt, halt, er läßt mit ſich reden,“ ſagte Tho⸗ mallen;„ſeht, ſeht, er winkt nach dem Becher, macht Platz, ihr Buben. Dop ſey es ſagt der Holländer,— das geht ja hinunter wie Lammwolle! ja, ja, ſie ſind tüchtige Trinker, wenn ſie einmal anfangen, euer Türke ſetzt ja gar nicht ab.“
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