26 „Lebe wohl, mein letzter und einziger Freund, Du biſt ein zu edles Gut, als daß ein ſolcher Menſch, wie ich in's Kuͤnftige ſeyn werde, Dich behalten duͤrf⸗ te;— ich wuͤnſchte,“ ſagte er, als ſich die Scla⸗ ven entfernten,„ich koͤnnte mit dieſem edeln, ſter⸗ benden Thiere tauſchen.“
„Es ſteht geſchrieben,“ antwortete der Araber, obſchon dieſer Aufruf nicht an ihn gerichtet worden war,„daß alle Geſchoͤpfe fuͤr den Dienſt des Men⸗ ſchen da ſind; und der Herr der Erde ſpricht Thor⸗ heit, wenn er in ſeiner Ungeduld ſeine gegenwaͤrtigen und zukuͤnftigen Hoffnungen mit dem ſclaviſchen Zu⸗ ſtande eines geringern Weſens vertauſchen moͤchte.“
„Ein Hund, der ſtirbt, waͤhrend er ſeine Pllicht erfuͤllt,“ ſagte der Ritter;„iſt beſſer, als ein Menſch, der die ſeinige vernachlaͤßigt. Laß mich zufrieden, Hakim. Du beſitzeſt in dieſem Theile des Wunder⸗ baren die wundervollſte Wiſſenſchaft, die ein Menſch je beſaß; allein die Wunden des Geiſtes liegen auſſer dem Bereiche Deiner Macht.“
„Nicht, wenn der Kranke ſeinen Kummer ent⸗ decken und von dem Arzte geleitet werden will;“ ſagte Adonbec El Hakim.
„Wiſſe denn,“ ſagte Sir Kenneth,„da Du ſo zudringlich biſt, daß in der vergangenen Nacht Englands Fahne auf dieſem Huͤgel wehte— mir wurde ſie zur Beſchuͤtzung anvertraut. Der Morgen bricht jetzt an— da liegt der zerbrochene Banner⸗


