Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 3. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

232

Wie ſie waren, konnten die Zuſtände nicht bleiben. Sah der König, was die Demüthigungen, die er er⸗ litten, für Früchte getragen, ſo erſchrak er. Er hatte das Aeußerſte mit Langmuth hingenommen, aber ſtatt ihm zu danken, zerrte man immer mehr an dem Pur⸗ pur. Der Präſident Grabow brachte ihm am 15. Oct. die Glückwünſche zu ſeinem Geburtsag, in der Natio⸗ nalverſammlung hatte man das Königthum von Gottes Gnaden angegriffen, alle Stützen des Thrones unter⸗ miniren wollen. Der König hielt ſich nicht länger, das Herz ging ihm über. Mit Stolz und Zorn rief er:Vergeſſen Sie nicht, daß wir Etwas vor Andern voraus haben, eine Macht, die man dort(im Parla⸗ ment) nicht mehr anzuerkennen ſcheint, eine angeſtammte Obrigkeit von Gottes Gnaden. Danken Sie Gott, daß Sie noch eine ſolche Obrigkeit haben.

Grabow ſenkte den Blick zur Erde.

Halten Sie den Kopf oben! Ich habe einen ſtar⸗ ken Arm.

Drohend und heftig ſagte er zur Deputation der Bürgerwehr:Vergeſſen Sie nicht, daß ich es bin der Ihnen die Waffen in die Hände gegeben hat.

Hiermit war die Gegenrevolution angekündigt. So lange hatte der Pöbel Berlin tyranniſirt, an ſei⸗ ner Spitze den Straßen⸗Demagogen Held und Conſor⸗