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Klaſſen und Ständen und da die religiöſe Oppoſition vom Staate weder Beiſtand noch Schutz erwarten durfte, ſo vereinigte ſie außerhalb der kirchlichen Ge⸗
meinſchaft und unabhängig von den Behörden ihre
Kräfte, um Glaubensfreiheit und freien Vernunftge⸗ brauch, dieſe Errungenſchaften der proteſtantiſchen
Entwickelung, gegen die hierarchiſchen Angriffe zu ver⸗
theidigen und das ſtaatskirchliche Syſtem zu bekämpfen
Der Paſtor Uhlich bildete den Verein der Licht⸗ freunde, Unabhängigkeit und Selbſtgefühl im Volke zu verbreiten. Polizeiliche Maßregeln ſuchten die Ver⸗ ſammlungen der Lichtfreunde zu verhindern, man ſetzte dieſelben hart an der preußiſchen Grenze in Cöthen an. Die Betheiligung wuchs immer mehr, da ſuspendirte man Leiter und Anhänger von ihren Aemtern und ſetzte ſie polizeilicher Willkühr aus. Den erſten Bannſtrahl ſchleuderte der Berliner Vatican gegen den Prediger Wislicenus in Halle*). Die Gemeinde legte beim Kö⸗ nige Fürbitte für ihn ein und ſprach von Sympathien der Bevölkerung.
„Sympathie?“ rief der König.„Meinen Sie die
fünfundreißig Leute, die Wislicenus Predigten beſuchen?
Ja, bei Denen, welche überhaupt die Kirche nicht be⸗
ſuchen, da mag er Sympathie haben. Aber glauben
*) J. v. Förſter, Friedrich Wilhelm IV. und ſeine Zeit. Mühlbach, Proteſtantiſche Jeſuiten. 2. Abth. II. 2


