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gen Deinen Kuß auf meine Lippen empfange, iſt der ganze Tag für mich ein glücklicher und ein geſegneter! Küſſe mich, Alphons!“
Sein Kuß war heute glühender, länger; vielleicht dachte er, indem er dieſe geliebten Lippen feſt an die ſeinen preßte, daß er nicht mehr lange Zeit haben werde, ihr ſo das Siegel ſeiner Liebe auf den Mund zu drücken, und vielleicht trug dieſer Gedanke die Schuld, daß er jetzt, da er ſich wieder von ihr wandte, tief und ſchmerzlich aufſeufzte; aber er unterdrückte raſch dies Gefühl und bannte ein Lächeln auf ſeine Lippen.
„Ihr kommt, mich zur Kirche abzuholen und zum Gottesdienſte, nicht wahr?“ fragte er.
„Zum Gottesdienſte, ja!“ ſagte Olympia lächelnd; „aber es fragt ſich, ob es nöthig iſt, daß wir zum Gottesdienſte gerade in die Kirche gehen!“
Der Baron ſah ſie fragend an und blickte dann auf ſeine Tochter, die lächelnd ihm zunickte:
„Ja, theuerſter Vater, das fragt ſich! Muß man denn in die Kirche gehen, um Gott zu dienen? In die von Menſchenhänden erbaute Kirche?“
Der Baron lächelte und hob drohend die Hand auf.„Still, ſtill“, ſagte er heiter,„das ſind gar weltliche Gedanken, würde mein frommer Bruder ſagen.“


