— 331—
Sie war wirklich mit Schreiben beſchäftigt, und ſie erſchrack ſichtlich, als ſte den König eintreten ſah.
Ludwig der Vierzehnte trat haſtig an ihren Schreib⸗ tiſch.
Nun, meine Theure, fragte er, womit beſchäftigt Ihr Euch denn?.
Ich ſchreibe an Ew. Majeſtät, ſagte ſie, mit ſchnell wieder gewonnener Faſſung. Nein, nicht an die Ma⸗ jeſtät, ſondern an meinen königlichen Geliebten ſchreibe ich! Aber Ihr dürft dieſen Brief nicht ſehen, bevor er vollendet iſt!
Und die Marquiſe legte mit einem ſchelmiſch zärt⸗ lichen Blick ihre Hände über dieſe Papiere, welche zu verbergen der König ihr keine Zeit gelaſſen!
Der Köͤnig zog mit einem zärtlichen Lächeln dieſe ſchönen Hände von den Papieren fort, und indem er ſie an ſeine Lippen drückte, ſagte er: nein, Athenais, ich bin zu begierig, um noch länger warten zu kön⸗ nen. Ich will jetzt den Anfang und ſpäter das Ende dieſes Briefes leſen!
Und der König ſtreckte die Hand nach den Papie⸗ ren aus. 3
Sire, rief die Marquiſe erblaſſend, indem ſie die


