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Die Marquiſe, im vollen Glanz ihrer ſtrahlenden Schönheit, in der reichſten und üppigſten Toilette, mit dieſen ſtolzen, ſiegreichen Blicken und dieſem bezaubern⸗ den Lächeln, und ihr gegenüber dieſes Weib, ganz eingehüllt in beſcheidene Sittſamkeit, ganz unſcheinbar in dieſen enganſchließenden, Alles verhüllenden dunklen Gewändern, mit den frommen, demuthsvollen Blicken, mit dem ſanften, milden Lächeln! Die Marqz Göttin der Liebe und Schönheit, Francoiſe Scarron, eine ehrbare Matrone, ein ehrfurchtgebietendes Weib.
Sie iſt eine Devote! dachte die Marquiſe. Es wird Senſation machen, dieſe Fromme neben mir zu ſehen!
Welche üppige, laſterhafte Schönheit, dachte Fran⸗ coiſe. Wie kann der König nur dieſes Weib lieben, welches ſo frech vor jedem neugierigen Auge alle ihre Reize zu Markte trägt!
Sie haßten ſich ſchon mit dem erſten Blicke, dieſe 3 beiden Frauen, welche das Schickſal zu Nebenbuhlerin⸗
nen beſtimmt hatte, Jede fühlte, mit dem Inſtinct des
weiblichen Herzens, daß ſie einer Feindin gegenüber ſtand, und doch mußten ſie ihre Beſtimmung erfüllen, doch waren ſie ſchon an einander gekettet und konnten
ſich nicht mehr entfliehen! u. 20


