— 36— mit der Miene eines Leidtragenden nach den Eintre⸗ tenden hin. Bei dem Namen La Chaiſe erinnerte er ſich nur, daß dieſer es für möglich gehalten, Zenobia zu retten, es gab für ihn keinen Jeſuiten, ſondern nur einen Katzendoctor La Chaiſe.
Der Statthalter Gottes ſagte daher in ſehr gnädi⸗ gem Ton: mein lieber La Chaiſe! Ihr habt da ein herrliches Werk unternommen, und wenn es Euch ge⸗ lingt, und Zenobia wieder zum Leben erweckt wird, ſo dürft Ihr meiner größten Dankbarkeit verſichert ſein!
La Chaiſe verneigte ſich ſchweigend, und trat zu dem Paradebette, auf welchem Zenobia ruhete, und während dieſer ſeltſame Doctor die erhabene Leiche un⸗ terſuchte, ſtanden der Statthalter Gottes, der Cardinal und der Kammerherr in athemloſer, geſpannteſter Er⸗ wartung da. In der That, es war ein höchſt feier⸗ licher, höchſt erhabener Moment, auch faltete Se. Hei⸗ ligkeit ganz unwillkührlich die Hände, als La Chaiſe jetzt ein kleines in ein rothes Papier gewickeltes Packet aus ſeinem Buſen hervorzog.— Er entfaltete es lang⸗ ſam, und ſtreuete von dem weißen Pulver, welches in dem Papier enthalten war, auf die Naſe Zenobia's.


