Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1807) Der Grundsatz
Entstehung
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Das ein und funfzigſte Kapitel.

9 Lange Jahre ſchon hatte ich gar nichts von Ih⸗ rer Tante geſehen und gehoͤrt, bis ich am Kran⸗ kenbette Ihrer nur zu fruͤh verſtorbenen Mutter, wie Sie wiſſen, mit ihr zuſammentraf. Fraͤulein von Silberſtein zeigte einige Verlegenheit; die ſich in⸗ deſſen bald verlor. Ich hatte keine Urſache ver⸗ legen zu ſeyn, es waͤre denn daruͤber, daß ihre Tante mich mit Blicken anſah, die ſie aus ihrem faltigen Geſicht laͤngſt haͤtte verbannen ſollen. Ih⸗ „re Vorliebe fuͤr mich zeigte ſich immer deutlicher, ſo daß ihre ſelige Mutter darauf eine Bitte an mich gruͤndete. Sie lag im Sterben, und ihr einziger Kummer war der Gedanke an Sie. Fraͤu⸗ leiu von Silberſtein hatte ſich zwar erboten, Sie zu ſich zu nehmen; allein ihre verſtorbene Mutter kannte Ihre Tante zu genau, um dieſe Verſor⸗ gung ohne Unruhe anzuſehen, und doch— Sie waren vierzehn Jahr alt; welches anſtaͤndigere Unterkommen in den Augen der Welt waͤre fuͤr Sie zu finden geweſen, als bei der Schweſter ih⸗ rer Mutter, der einzigen Verwandten, die Sie hatten? Dazu kam, daß Ihre Mutter Ihnen kein Vermoͤgen hinterließ; und Tante ſtellte eine