Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1807) Der Grundsatz
Entstehung
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iſt, wie ich damals. Daher verliebte ich mich denn in Ihre Tante. Sie liebte mich wieder; we⸗ nigſtens kam ich in der groͤßten Geſchwindigkelt ſo weit mit ihr, daß ich den ſehen moͤchte, der ſo etwas noch weiter treiben wollte. Zu gleicher Zeit unterhielt aber das Fraͤulein noch ein Liebes⸗ verſtaͤndniß, welches nicht ganz ſo weit gehen mochte. Dieſes intereſſirte ſie mehr, als das mit mir, weil der Liebhaber ein reicher Graf war, ich hingegen mich damals noch mit dem Einkom⸗ men einer Oberforſtmeiſterei behelfen mußte, die nicht ſonderlich viel eintrug. Mein Nebenbuhler betrieb die Sache aufs ernſtlichſte, und ich wurde geradezu abgefertigt. Weit entfernt, wie ich da⸗ mals war, dies fuͤr das groͤßte Gluͤck meines Le⸗ bens anzuſehen, vergaß ich mich ſo ſehr, dem Fraͤulein in Briefen ihr Unrecht vorzuſtellen Zwei⸗ mal erhielt ich gar keine, das dritte mal eine aͤußerſt beleidigende Antwort. Dieſer verdankte ich indeſſen auch meine Heilung.“

„Fraͤulein von Silberſtein mußte ſehr von mei⸗ ner Guͤte uͤberzeugt ſeyn, um nach dem was zwiſchen uns vorgefallen war, eine ſolche Ant⸗ wort zu wagen. Um ſo ſchlechter erſchien ſie mir da ſie bei dieſem Zutrauen mich ſo behandeln konnte. Bei jedem Ruͤckfalle in dieſe ungluͤckliche Liebe durfte ich nur den Brief uͤberleſen, und auf der Stelle erlangte mein Herz allemal ſeine voll⸗ kommene Geſundheit wieder.“