Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1822) Der Thronfolger / von Friedrich Laun
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—— 132—

anerkennen, an die er jetzt noch nicht glauͤben will. Auf mein Wort, ich komme einmal plöͤtzlich, wie ein Dieb in der Nacht, und entfuͤhre Sie. Die Schliche kenne ich bereits. Dort iſt die kleine Treppe, von der Sie mir neulich erzählten, die Niemand mehr geht. Die Thuͤr unten davor dür⸗ fen Sie nur Abends heimlich aufmachen. Da komme ich denn, klettre uͤber die Gartenwand und vin wie der Blitz an jener Thuͤr. Tippo hinterher. Dann geht's die Treppe hinauf, wo Sie meiner im Mantel warten. Ich nehme Ihren Arm in den meinigen und ſo immer fort uber alle Berge.

Ach Gott! ſeufzte die gekraͤnkte Ehrbarkeit aus Stanzchen. Nein, ſprach ſie, nein! Dazu machte ſie ihrem Einzigen tauſend vernünftige Ge⸗ genvorſtellungen. Aber er warf ſie insgeſammt mit der Gewalt der Liebe und der Umſtände zuruͤck. Und als nur die Einwendungen der Ehrbarkeit be⸗ ſeitigt waren, ſo konnte alles Nebrige auch nicht Stich halten. Der Johann, ſagte Stanzchen aͤngſtlich, der ſchläft ja der kleinen Treppe oben zur Linken.