Zwanzigſter Geſang.
20.
O zartes Bluͤthenreis, kaum aus der Knosp' erwacht, Wie biſt du doch ſo ſchnell, ſo prangend aufgeſtiegen! Vor dir erniedrigt ſich die irdiſch ſtolze Macht.
Wovor die Welt ſich ſchmiegt, will jetzt vor dir ſich ſchmiegen;
Nah geht das Heil'ge dir in feierlicher Pracht,
Der graue Heldenruhm, erkaͤmpft in tauſend Siegen;
Du wandelſt ſtill dahin und glaubſt auf deiner Bahn
Durch Jene dich geehrt, die dir in Demuth nahn.
21.
Als nun im Sonnenglanz das milde Kreuzeszeichen Den Wandelnden ſich naͤher ſchon erhoͤht, Und als ſie jetzt des Huͤgels Haupt erreichen, Wo feierlich der Heerd des Himmels ſteht, Um welchen hochgewoͤlbt ein Dom von alten Eichen Mit ſchaurig kuͤhlem Hauch und leiſem Fluͤſtern weht, Da ſitzt im leuchtenden Gewande Ein lugendlicher Held am gruͤnen Heerdesrande.


