Druckschrift 
E. Chr. v. Kleist's Gedichte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

117

Dritter Geſang.

Nachdem der Feind den Ciffides nicht mehr

Erblickte, der durch einen Federbuſch,

Am Helm erkenntlich war, vermuthet' er

Den Tod deſſelben, und dacht' im Triumph

Bald in das Schloß zu ſteigen, wenn er's jetzt

Aufbieten ließ'. Ein Herold ward dazu

Befehliget. Sein Roß war ſtolz, wie er;

Es ſchien die Erde zu verachten; kaum

Beruͤhrt' es ſie mit leichten Fuͤßen; ſchnob

Und wieherte zu der Trompete Klang,

Und foderte zum Kampf heraus, wie er.

Euch wenigen, ſagt er, indem er ſich Der Mauer naht,euch wenigen, die noch Die Macht der Waffen des Leoſthenes Bisher verſchonet hat, euch bietet er Das Leben an, und ſeine Gnad' im Fall Ihr euch an ihn ergebt. Verwegenheit Iſt eu'r vermeinter Muth. Seht um euch! ſeht,

Was fuͤr ein zahlreich Volk euch noch um⸗ ſchließt!

Seht, ſeine Spieß' erheben ſich umher,

Wie Aehren auf dem Feld'! Und Tapfer⸗ keit