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E. Chr. v. Kleist's Gedichte
Entstehung
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im Felſen. Jeder ſucht den Tod zu fliehn

Das kleinſte Stuͤck vom Schiff wird jetzt ſein Schiff.—

Den beiden Freunden ward ein Brett zu Theil;

Allein es war zu leicht für ſeine Laſt.

Wir ſinken; ſprach Selin; das Brett ertraͤgt uns beide nicht! o Freund, leb⸗ ewig wohl Du mußt erhalten ſeyn, an dir verliert Das Wohl der Welt zu viel, und ohne dich Waͤr' mir das Leben doch nur Qual.

Nein, ſprach Leander, nein, ich ſterb', o Freund!—

Allein Selin verließ zu ſchnell das Brett,

und uͤbergab getroſt dem naſſen Grab⸗

Der Waſſerwogen ſich. Die Vorſehung,

Die uͤber alles wacht, ſah ſeine Treu

Und ſeine Großmuth an, und ließ das Meer

Ihm nicht zum Grabe ſeyn. Mitleidig trugs

uuf ſeinen Wellen ihn zum Ufer hin.

(Er fand Leander ſchon daſelbſt.— O! wer -reibt die Regungen der Freunde, die

ie beide fuͤhlten! ſie umarmten ſich Mit Zaͤhren in dem Aug'. Leander ſprach: allzutreuer Freund, in was fuͤr Qual Hat deine Freundſchaft mich geſtuͤrzt! ich hab' um dich zehnfache Todesangſt gefuͤhlt.

Was du thatſt, wollt' ich thun; denn ohne

dich