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„Mit der groͤßten Freude. Er vergißt ſeine Freunde nicht, ob er gleich Konig iſt.“
„Einen Auftrag von dem Koͤnige?“ ſtammelte Goren⸗ flot,„und ich grob und dumm?“
Seine Aufgeblaſenheit ſchwand ſichtbar wie die Luft aus einem Ballon nach Nadelſtichen.
„Lebt wohl!“ ſprach Chicot nochmals.
Da erhob ſich Gorenflot von ſeinem Lehnſtuhle und hielt mit ſeiner großen Hand den Fluͤchtling zuruͤck, der ſich allerdings gern Gewalt anthun ließ.
„Laßt uns weiter daruber reden“, ſagte dann der Prior.
„Woruͤber?“
„Ueber Euere heutige Empfindlichkeit.“
„Ich bin wie immer blos der Spiegel der Leute, mit denen ich verkehre.“
„Nein, nein.“
„Lacht Ihr, ſo lache ich,— ſchmollt Ihr, ſo ſchmolle ich.“
„Ich will geſtehen, daß Mancherlei meine Gedanken beſchaͤftigte. Und wollt Ihr nicht nachſichtig gegen einen Mann ſein, den die veinlichſten Arbeiten niederdruͤcken? Ich weiß wahrhaftig nicht, wo mir der Kopf ſteht! Dieſe Priorei iſt ſo gut wie das Gouvernement einer Provinz. Bedenkt, daß ich zweihundert Männer unter mir habe und daß ich gleichzeitig Oeconom, Baumeiſter, Intendant
bin, abgeſehen von meinen geiſtlichen Funetionen.“
„Das iſt fur einen unwuͤrdigen Diener Gottes aller⸗ dings zu viel.“
„Nun ſpottet er! Habt Ihr Euere Chriſtenliebe ganz verloren, Herr Briquet? Sder plagt Euch der Neid? Seht Euch vor, der Neid iſt eine ſchwere Sunde.“
„Neid? Was könnte ich beneiden, frage ich Euch?“
„Hm! Ihr denkt bei Euch, der Prior Modeſtus Goren⸗ ſyt ſeist immer hoͤher; er befindet ſich auf der aufſteigenden
inie.“ „Waäͤhrend ich auf der abſteigenden ſtehe, nicht wahr?“ fragte Chicot ironiſch.


