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Die Verhandlung war noch nicht zu Ende, als Edouard mit ſeiner Flinte am Bandelier eintrat.
„Sieh, Bruder,“ ſagte er und wandte ſich nach Roland um,„ſieh doch das hübſche Geſchenk, das mir Mylord gemacht,“ und dabei dankte er mit dem Blicke Sir John, welcher an der Thüre ſtand und vergeblich mit ſeinen Augen Amelie ſuchte.
Es war wirklich ein prachtvolles Geſchenk: die Waffe, mit jener Einfachheit im Schmucke und der Form, welche den engliſchen Waffen eigen iſt, war von der koſtbarſten Vollkömmenheit; wie die Piſtolen, deren Vortrefflichkeit Roland würdigen konnte, ging ſie aus den Ateliers von Menthon hervor, und trug eine Kugel vom Kaliber vierundzwanzig.
Sie mußte für eine Frau gemacht ſein: es war dies leicht zu ſehen an der Länge des Kolben und dem Sammtkiſſen, welches am Anſchlag angebracht war; dieſe urſprüngliche Beſtimmung machte daraus eine für den Wuchs eines Knaben von zwölf Jahren vollkommen geeignete Waffe.
Roland nahm die Flinte von den Schultern des kleinen Edouard, betrachtete ſie mit Kennerblicken, ließ das Schloß ſpielen, legte ſie an die Wange, warf ſie von einer Hand in die andere, und gab ſie Edouard zurück, indem er ſagte:
„Danke noch einmal, Mylord, Du haſt da eine Flinte, die für einen Königsſohn gemacht iſt; wir wollen ſie probiren.“
Und alle drei gingen hinaus, um die Flinte zu probiren, während Frau von Montrevel traurig wie Thetis, als ſie Achilles unter ſeinem Frauenrockdas


