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gekehrt iſt, ich werde von der Andern wohl auch zu⸗ rückkommen.“
„Roland,“ machte Frau von Montrevel, während Amelie, in eine tiefe Träumerei verſunken, keinen Theil an dem Geſpräche nahm,„Roland, bringe doch Edouard Vernunft bei, und ſage ihm, daß er nicht bei Sinnen iſt.“
Aber Roland, der ſich in ſeine Knabenjahre zu⸗ rückverſetzt ſah, und ſich in ſeinem Bruder wieder⸗ erkannte, ſtatt ihn zu tadeln, lächelte über dieſen kindlichen Muth.
„Recht gerne werde ich Dich mitnehmen,“ ſagte er zu dem Knaben;„aber um auf die Jagd zu gehen, muß man wenigſtens wiſſen, was eine Flinte iſt.“
„O mein Herr Roland,“ machte Edouard,„kom⸗ men Sie ein wenig in den Garten, halten Sie Ihren Hut auf fünfzig Schritte und ich will Ihnen zeigen, was eine Flinte iſt.“
„Unglückliches Kind!“ rief Frau von Montrevel zitternd,„aber wo haſt Du das gelernt?“
„Nun, beim Waoffenſchmid von Montagnac, wo die Gewehre von Papa und Bruder Roland ſind. Du fragſt mich bisweilen, was ich mit meinem Gelde thue, nicht wahr? Nun, ich kaufe Pulver und Kugeln und lerne die Heſtreicher und Araber tödten, wie es mein Bruder Roland macht.“
Frau von Montrevel hob die Hände zum Himmel.
„Was wollen Sie, meine Mutter?“ ſagte Roland,
„Art läßt nicht von Art; es iſt nicht möglich, daß
ein Montrevel Furcht vor dem Pulver hat. Du wirſt Morgen mit uns kommen, Edouard.“
Der Knabe ſprang ſeinem Bruder an den Hals.


