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ſeinem Uebermaße war, und erinnerte ſich des melan⸗ choliſchen Worts der armen Prinzeſſin von Lamballe, welche mit der Hand über den ihren ſtrich und ſagte: „Er wird dem Henker nicht viel Mühe machen!“
Die Gedanken, welche ſich im Geiſte Sir Johns folgten, verliehen ſeiner Phyſiognomie einen ſo ver⸗ ſchiedenen Ausdruck von dem, den ſie gewöhnlich hatte, daß Frau von Montrevel unwillkürlich ihn fragen mußte, was er habe.
Sir John erzählte darauf Frau von Montrevel ſeinen Beſuch im Gefängniſſe und die fromme Pil⸗ gerfahrt Rolands nach dem Kerker, der ſeine Mutter und Schweſter in ſeinen vier Mauern geſehen.
Als Sir John ſeinen Bericht ſchloß, ließ ſich eine Jagdfanfare hören, welche das Bien raller blies, und Roland trat mit dem Horn am Munde ein. Aber er nahm es beinahe im ſelben Augenblicke ab und ſagte:
„Mein lieber Gaſt, danken Sie meiner Mutter: ſie iſt ſchuld, daß wir morgen eine prachtvolle Jagd haben werden.“
„Ich?“ fragte Frau von Montrevel.
„Wie ſo?“ fragte Sir John.
„Ich verließ Sie, um zu ſehen, was man mit meinen Hunden gemacht, nicht wahr?“
„So ſagten Sie wenigſtens.“
„Ich beſaß deren zwei, Barbichon und Ravaude, zwei ausgezeichnete Thiere, das Männchen und das »Weibchen.“ „O!“ machte Sir John,„ollten ſie todt ſein?“
„Ach ja wohl! Denken Sie ſich, dieſe ausgezeich⸗
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