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„ich war nie ſo heiter als dieſen Morgen, Sie ha⸗ ben den Spleen, Mylord, Sie ſehen alles ſchwarz.“
„Einſt werde ich wirklich Ihr Freund ſein,“ ant⸗ wortete Sir John ernſt,„dann werden Sie mir
Ihre vertraulichen Geſtändniſſe machen, und ich werde f
einen Theil Ihres Kummers tragen.“
„Um die Hälfte meiner Pulsadergeſchwulſt... Haben Sie Hunger, Mylord?“
„Weßhalb richten Sie dieſe Frage an mich?“
„Weil ich auf der Treppe die Schritte Edouards höre, der Ihnen ſagen will, daß das Frühſtück ſer⸗ virt iſt.“-
Wirklich hatte Roland kaum das letzte Wort
ausgeſprochen, als die Thüre ſich öffnete und der
Knabe ſagte: 5„
„Großer Bruder Roland, Mutter und Schweſter Amelie erwarten Mylord und Dich zum Frühſtück.“
Und ſich an die rechte Hand des Engländers
hängend, betrachtete er aufmerkſam das erſte Glied des Daumens, des Zeige⸗ und Ringfingers.
„Wonach ſuchen Sie, mein junger Freund?“ fragte Sir John.
„Ich ſehe, ob Sie Tinte an den Fingern
haben.“
„Und wenn ich Tinte an den Fingern hätte,„
was würde das bedeuten?“
„Daß Sie nach England wegen meiner Piſtolen
und meines Säbels geſchrieben.“
„Nein, ich habe nicht geſchrieben,“ ſogte Sir
John,„aber ich werde noch heute ſchreiben.“
„Du hörſt, großer Bruder Roland, ich werde in 21
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