Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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auch geweſen ſein mag, ſich in den ſchönen Verur⸗ theilten ſolchermaßen verliebte, daß zwei Stunden vor der Hinrichtung, in dem Augenblicke, als Laurent den Henker eintreten zu ſehen erwartete und ſchlief oder that, als ſchliefe er, wie man's immer in ſolchen Fällen macht, er ſeinen rettenden Engel eintreten ſah. Wie die Vorkehrungen getroffen waren, kann ich Ihnen nicht ſagen, da ich es nicht weiß; die bei⸗ den Liebenden ſind nicht in dieſes Detail eingegangen, aus Gründen; aber ſoviel iſt wahr, ich erinnere Sie daran, nicht aus den Augen verlieren zu wollen, daß es Wahrheit und nicht eine Fabel iſt, ſoviel iſt wahr, daß Laurent ſich befreit ſah und nur den Kummer hatte, ſeinen Kameraden nicht retten zu können, der ſich in einem andern Gefängniſſe befand: Genſonné, welcher in den gleichen Umſtänden war, weigerte ſich zu fliehen und wollte mit ſeinen Genoſ⸗ ſen, den Girondiſten, ſterben; aber Genſonné hatte nicht den Kopf des Antinous auf dem Körper des Apollo; je ſchöner der Kopf iſt, Sie verſtehen, deſto mehr hält man darauf. Laurent nahm das Anerbieten an und floh; ein Pferd erwartete ihn im nächſten Dorfe; das junge Mädchen, das ſeine Flucht hätte verzögern oder hindern können, ſollte dort bei Tagesanbruch mit ihm zuſammentreffen. Der Tag brach an, brachte jedoch den rettenden Engel nicht; es ſcheint, unſer Ritter hielt mehr auf ſeine Geliebte, als auf ſeinen Genoſſen; er war ohne ſeinen Genoſſen geflohen, er wollte jedoch nicht ohne ſeine Geliebte fliehen. Es war ſechs Uhr Morgens, die zur Hinrichtung be⸗ timmte Stunde, die Ungeduld bemächtigte ſich ſeiner. Er hatte ſeit vier Stunden dreimal den Kopf ſeines