182
Herz zu ſchlagen aufgehört— auf deren Leichnam der mit Blei ausgegoſſene Prügel dumpf und matt ertönt, das Fleiſch zerauetſchend und die Knochen zer⸗ malmend, und Frauen, welche behaglich und vergnügt dieſer Metzelei zuſehen und die in die Hände klatſchen⸗ den Kinder über die Köpfe erhebend; Greiſe, welche an nichts anderes hätten denken ſollen, als wie ſie chriſtlich ſterben wollten, und ſtatt deſſen durch ihr Geſchrei und ihre Aufhetzerei den verzweiflungsvollen Tod der Unglücklichen erſchweren helfen, und inmitten dieſer Greiſe einen kleinen äußerſt coquetten, wohl⸗ gepuderten Siebziger, der von ſeinem Spitzenjabot das kleinſte Stäubchen wegſtöbert, ſeinen ſpaniſchen Tabat aus einer goldenen Doſe mit einer Namens⸗ chiffer in Diamanten ſchnupft, ſeine Ambrapaſtillen aus einer Sevrebonbonniere nimmt, die ihm Ma⸗ dame Dubarry geſchenkt, deren Porträt die Bon⸗ bonniere ſchmückt,— dieſer Siebenziger— betrachten Sie das Bild, mein Lieber, ſtampfte mit ſeinen kleinen Schuhen auf den Leichnamen herum, die gleichſam nur noch eine Matraze von Menſchenfleiſch bilden, und ermüdet ſeinen durch das Alter ge⸗ ſchwächten Arm, indem er mit einem ſpaniſchen Rohr mit vergoldetem Knopf auf diejenigen der Leichname ſchlägt, die ihm noch nicht todt genug erſcheinen und der Stampfe entgangen ſind. Puh! mein Lieber! Ich ſah Montebello, ich ſah Arcole, ich ſah Rivoli, ich ſah die Pyramiden, ich glaubte nichts Schreck⸗ licheres mehr ſehen zu können. Nun, die einfache Erzählung meiner Mutter, geſtern, als Sie nach Ihrem Zimmer gegangen waren, hat meine Haare zu Berge ſtehen machen! Wahrhaftig! das erklärt


