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als er fühlte, daß ſie eiskalt war und zitterte, ſtatt ſie an ſeine Lippen zu führen:„Roland, Ihre Schwe⸗ ſter iſt ernſtlich unwohl, wir wollen uns daher heute nur mit ihrer Geſundheit beſchäftigen; ich bin ein wenig Arzt und wenn ſie die Gunſt, die ſie mir ſo eben zu Theil werden laſſen wollte, in die verwan⸗ deln will, daß ich ihr den Puls fühle, ſo werde ich ihr eben ſo dankbar ſein.“
Aber wie wenn ſie fürchtete, daß man die Ur⸗
ſache ihres Unwohlſeins errathe, zog Amelie raſch
ihre Hand zurück und ſagte:
„Nein, nein, Mylord täuſchen ſich, die Freude macht nicht krank, und die Freude allein, meinen Bruder wiederzuſehen, hat dieſe momentane Unpäß⸗ lichkeit herbeigeführt, die bereits wieder verſchwun⸗ den iſt.“
Dann wandte ſie ſich an Frau von Montrevel
und ſagte mit raſchem, beinahe fieberhaftem Accente:
„Meine Mutter, wir vergeſſen, daß dieſe Herren von einer langen Reiſe kommen, daß ſie wahrſchein⸗ lich ſeit Lyon nichts mehr zu ſich genommen und daß, wenn Roland noch immer den guten Appetit hat, den wir an ihm kennen, er es mir nicht ver⸗ denken wird, wenn Sie ihm und Mylord die Hon⸗ neurs des Hauſes machen laſſen, während ich mich mit den ſehr unpoetiſchen, aber ſehr von ihm ge⸗ ſchätzten Details der Haushaltung beſchäftige.“
Und indem ſie in der That ihre Mutter die Hon⸗ neurs des Hauſes machen ließ, kehrte Amelie in das Haus zurück, um die Kammerfrauen und den Be⸗ dienten zu wecken, während ſie in dem Herzen Sir


