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Eine Lindenallee führte an der Mauer hin nach dem Hauſe.
Er machte einen Umweg und vertiefte ſich dann in die dunkle und von Blättern gebildete Wölbung.
Als er am Ende der Allee angekommen, durch⸗ eilte er raſch wie ein gehetzter Damhirſch den freien Raum und ſtand am Fuß der Mauer im dichten Schatten, welchen das Haus verbreitete.
Als er an dem von ihm berechneten Punkt ange⸗ kommen war, ſchlug er dreimal inſdie Hand.
Auf dieſe Aufforderung ſtürzte ein Schatten aus der Tiefe des Zimmers und trat graziös beweglich, beinahe durchſichtig an das Fenſter.
Morgan erneuerte das Signal.
Augenblicklich öffnete ſich das Fenſter, die Jalouſie wurde aufgezogen und ein reizendes junges Mädchen im Nachtkleide, deſſen blonde Haare über die Schul⸗ tern herabfielen, erſchien in dem grünen Rahmen.
Der junge Mann ſtreckte die Arme gegen die aus, deren Arme gegen ihn ausgeſtreckt waren, und zwei Namen oder vielmehr zwei von Herzen kom⸗ mende Schreie kreuzten ſich.
„Charles!— Amelie!“
Dann ſprang der junge Mann gegen die Mauer, klammerte ſich an den Zweigen der Reben, den Rauh⸗ ſeiten des Steines, an den Ausladungen der Kar⸗ nieſe feſt und war in einer Secunde auf dem Balcone.
Was die beiden jungen Leute ſich in dieſem Augen⸗
blicke ſagten, war ein Liebesgemurmel, das ſich in
einem endloſen Kuſſe verlor. Aber mit einer ſanften Bewegung zog der junge Mann mit dem einen Arme das junge Mädchen in


