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nehmen des jungen Mannes eine Schüchternheit und ein Zögern zu bemerken war, die ſonſt ſo gar nicht in ſeinem Charakter lagen, daß dieſe Befürchtungen, wenn er welche hatte, offenbar nicht ihm allein galten. Er erreichte den Saum des Waldes, wo er die⸗ ſelbe Vorſicht beobachtete.
Als er auf einen Grasplatz gekommen war, an deſſen Ende das kleine Schloß ſich erhob, blieb er ſtehen und betrachtete die Facade des Hauſes.
Ein einziges von den zwölf Fenſtern der drei Stockwerke war erhellt.
Es befand ſich im erſten Stock an der Ecke des Hauſes.
Ein kleiner mit Jungfernreben überzogener Bal⸗ con, die an der Mauer hinaufrankten, ſich um das eiſerne Laubwerk ſchlangen, und in Gewinden her⸗ abhingen, ſprang unter dieſem Fenſter vor und hing über dem Garten. Zu beiden Seiten des Fenſters, auf dem Balcone ſelbſt, ſchoſſen breitblättrige Bäume aus ihren Töpfen empor und bildeten unter dem Karnieß eine grüne Laube.
Eine mit Hülfe von Schnüren auf⸗ und abzu⸗ ziehende Jalouſie bildete eine Scheidewand zwiſchen dem Fenſter und dem Balcon, eine Scheidema die nach Belieben verſchwand. Durch die Spalten der Jalouſie hatte Morgan das Licht geſehen.
Die erſte Bewegung des jungen Mannes war, daß er gerade über den Grasplatz hinſchreiten wollte, diesmal aber hielt ihn noch die Furcht, von der wir geſprochen, zurüc.


