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aber über die Ebene, vertiefte ſich in einen Wald,
auf den er ſtieß, erſchien bald wieder auf der andern Seite des Waldes, ſchlug dann die Landſtraße von Pont d Ain ein, ritt beinahe eine halbe Meile weit auf derſelben fort und hielt nicht früher an, als bei einer Häuſergruppe, die man heutzutage das Maiſon⸗ des⸗Gardes nennt.
Eines dieſer Häuſer hatte als Symbol einen Stech⸗ palmenbüſchel, wodurch einer jener ländlichen Halt⸗ plätze bezeichnet war, wo die Fußgänger ihren Durſt löſchen und wieder Kräfte ſammeln, indem ſie einen Augenblick ausruhen, ehe ſie die lange und anſtren⸗ gende Reiſe des Lebens fortſetzen.
Wie er es an dem Thore der Karthauſe gemacht, hielt Morgan auch hier an, zog ein Piſtol aus ſei⸗ nem Holfter und bediente ſich des Kolbens als Ham⸗ mer; nur ließ die Antwort auf die Aufforderung des Reiſenden länger auf ſich warten, als an der Karthauſe, da aller Wahrſcheinlichkeit nach, die bra⸗ ven Leute, welche die dürftige Schenke bewohnten, nicht conſpirirten.
Endlich hörte man den Schritt des Stallknechts, welcher durch die Holzſchuhe verlangſamt wurde, die Thüre ächzte und der alte Mann, der zu öffnen im Begriffe war, wollte inſtinetmäßig, da er einen Rei⸗ ter mit einem Piſtol in der Hand ſah, wieder ſchließen.
„Ich bin es, Pataut,“ ſagte der junge Mann; „fürchte Dich nicht.“
„Ah, wirklich,“ ſagte der Bauer,„Sie ſind es, Monſieur Charles; ah, nun habe ich keine Furcht mehr; aber Sie wiſſen, wie der Pfarrer ſagte, als


