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„Biſt Du der Träger einer mündlichen oder ſchriftlichen Botſchaft?“
„Ich ſoll auf die Fragen antworten, die von Ihnen an mich gerichtet werden und einen Fetzen Papier gegen Geld austauſchen.“
„Gut, beginnen wir mit den Fragen: Wo ſind unſere Brüder in der Vendée?“
„Sie hatten die Waffen niedergelegt und erwar⸗ teten nur ein Wort von Ihnen, um ſie wieder zu ergreifen.“
„Und warum hatten ſie die Waffen niederge⸗ legt?“
„Sie hatten dazu den Befehl von Sr. Majeſtät Ludwig XVIII. erhalten.“
„Man ſprach von einer eigenhändigen königlichen Proclamation.“
„Hier iſt die Abſchrift.“
Der Bauer gab dem Fragenden das Papier.
Er öffnete und las:
„Der Krieg kann das Königthum nicht anders denn verhaßt und drohend machen. Die Monarchen, die mit einer blutigen Hülfe in ihr Land zurückkeh⸗ ren, können nicht geliebt ſein: man muß deßhalb auf die blutigen Mittel verzichten und der Macht der öffentlichen Meinung vertrauen, die von ſelbſt zu den rettenden Prinzipien zurücktehrt. Gott und der König werden bald das Loſungswort der Fran⸗ zoſen ſein; man muß die zerſtreuten Elemente des Royalismus in ein großes Bündel ſammeln, die kämpfende Vendée ihrem unglücklichen Schickſal über⸗ laſſen und einen friedlicheren und minder unzuſam— menhängenden Weg gehen laſſen. Die Royaliſt


