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nigſt erkennen; eine Erkennungsſcene, die zur Folge haben würde, daß man Ihnen den Hals abſchneidet.“ „O, ich will mal ſehen, ob er mich erkennt!“ „Wer ſoll ihn daran hindern?“ 2
„Nun, nun! Sie glauben wohl, daß ich meine verwegenen Unternehmungen mit offenem Viſire mache; wahrhaftig, Herr Oberſt, Sie halten mich für einen andern. Meine Maske abnehmen, das geht wohl unter Freunden, aber bei Fremden, gehen Sie. Sind wir denn nicht mitten im Carneval? Ich ſehe nicht ein, weßhalb ich mich nicht als Abäl⸗* lino oder Karl Moor verkleiden ſoll, wenn die Her⸗ ren Gohier, Sieyes, Roger⸗Ducos, Moulin und Barras ſich als Könige von Frankreich verkleiden.“
„Und Sie betraten maskirt die Stadt?“ 2
„Die Stadt, das Hotel, den Saal der Table d'Höte. Freilich war, während das Geſicht eine Maske trug, der Gürtel unbedeckt und wie Sie ſehen, wohl beſetzt.“
Der junge Mann ma
chte eine Bewegung, welche ſeinen Mantel zurückwarf und zeigte den Gürtel, in welchem vier Piſtolen ſtacken und ein kurzes Jagd⸗ meſſer hing. 2. Dann ſagte er mit der Heiterkeit, welche eine der vorherrſchenden Eigenſchaften dieſes ſorgloſen
Naturells ſchien: „Ich mußte ein wildes Ausſehen paben) uig wahr? Sie werden mich für den verſtorbenen Mandrin gehalten haben, der von den Bergen Savoyens herab kommt. Apropos, hier ſind die ſechzigtauſend Fran⸗ ken Seiner Hoheit des Directoriums,“ Und der junge Mann ſtieß verächtlich mit dem


