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Wald unter dem Titel Staatsgüter Eigenthum der Republik wurden, das heißt Niemanden gehörten.
Die Sache iſt leicht zu begreifen: die Republik mit ihrem 21. Januar, ihrem 31. Mai, ihrem 30. October, ihrem 9. Thermidor, ihrem 1. Prairial und ihrem 18. Fructidor hatte ganz Anderes zu thun, als Mauern wieder zu tünchen, einen Obſtgarten im Stande zu erhalten und einen Wald regelmäßig aus⸗ hauen zu laſſen.
Daher kam es, daß ſeit ſieben Jahren die Kart⸗ hauſe völlig verlaſſen ſtand, und daß, wenn zufällig ein neugieriger Blick durch das Schlüſſelloch fiel, man das Gras in den Höfen wuchern ſah, wie die Brombeerſträuche in dem Obſtgarten, und das Ge⸗ ſtrüppe in dem Walde, der zu jener Zeit nur von einer Straße und zwei bis drei Pfaden durchſchnitten, ſonſt, ſcheinbar wenigſtens, völlig ungangbar war.
Eine Art von Pavillon, die Correrie genannt, welcher zur Karthauſe gehörte und ungefähr eine Viertelmeile vom Kloſter entfernt lag, grünte gleich⸗ falls in dem Walde, der die Freiheit benützend, die ihm gelaſſen war, ſeine Phantaſie walten zu laſſen, es von allen Seiten mit Laub umhüllt und ſo dem Auge entzogen hatte.
Die ſeltſamſten Gerüchte waren über dieſe beiden Gebäude in Umlauf; man ſagte, unſichtbare Gäſte hauſen dort bei Tage, furchtbare bei Nacht; Holz⸗ hacker oder Bauern, dis ſich verſpätet, und die bis⸗
weilen noch in dem Walde der Republik das Hol⸗
zungsrecht ausübten, das die Stadt Bourg von den Zeiten der Karthauſe her hatte, behaupteten, durch die Ritzen der geſchloſſenen Läden Flammen auf den


