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die Hände an den Mund und ahmte den Schrei der Nachteule nach.
Die Nachahmung war ſo gelungen, daß aus dem nahen Walde eine Nachteule ihm antwortete.
„Hier iſt es,“ rief Morgan.
Der Poſtillon hielt ſeine Pferde an.
„Wenn es hier iſt, ſo brauchen wir nicht weiter zu fahren.“
Der junge Mann nahm das Felleiſen, öffnete den Schlag, ſtieg aus und trat zu dem Poſtillon.
„Hier iſt der verſprochene Sechslivresthaler.“
Der Poſtillon nahm den Sechslivresthaler, ſteckte ihn in die Augenhöhle und hielt ihn dort feſt, wie ein Elegant unſerer Tage ſein Lorgnon.
Morgan ahnte, daß dieſe Pantomime eine Be⸗ deutung haben werde.
„Nun,“ fragte er,„was will das ſagen?“
„Das will fagen,“ machte der Poſtillon,„daß ich thun kann, was ich will, ich ſehe immer noch mit einem Auge.“
„Ich verſtehe,“ verſetzte der junge Mann lachend; „und wenn ich das andere verſchließe?“
„Nun! ſo werde ich nichts mehr ſehen.“
„Das iſt ein ſeltſamer Kauz; er will lieber blind, als einäugig ſein. Nun man muß über den Ge⸗ ſchmack nicht ſtreiten; da!“
Und er gab ihm einen zweiten Thaler.
Der Poſtillon ſteckte ihn ins andere Auge, ließ den Wagen umkehren und fuhr nach Servas zurück.
Der Genoſſe Jehus wartete, bis er im Dunkel verſchwunden war, ſetzte dann einen gebohrten Schlüſſel an den Mund und brachte damit einen langen zit⸗


