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Croiſier vollzog die Ordre genau; man brachte
die ganze Einwohnerſchaft von Frauen und Kindern, die man mitnehmen konnte, nach Cairo und unter dieſer Einwohnerſchaft einen lebenden Araber, ge⸗ bunden und geknebelt auf ſeinem Pferde.
„Warum dieſen Menſchen lebendig?“ fragte Bo⸗ naparte;„ich ſagte doch, daß man Jedem den Kopf abſchneiden ſolle, der im Stande ſei, die Waffen zu tragen.
„General,“ ſagte Croiſier, der ebenfalls einige Worte arabiſch kauderwelſchte,„im Augenblicke, als ich dieſem Manne den Kopf abhauen laſſen wollte, glaubte ich zu verſtehen, daß er ſein Leben gegen das eines Gefangenen austauſchen wollte. Ich dachte, wir hätten immer noch Zeit, ihm den Kopf abzuhauen und brachte ihn mit mir. Wenn ich mich getäuſcht habe, ſo kann die Ceremonie hier ſtatt dort ſtattfinden; aufgeſchoben iſt nicht aufge⸗ hoben.“
Man ließ den Dolmetſcher Ventura kommen und fragte den Beduinen.
Der Beduine antwortete, daß er einem franzö⸗ ſiſchen Offizier das Leben gerettet, welcher am Sie⸗ gesthor ſchwer verwundet worden war; daß dieſer Offizier, welcher etwas arabiſch ſpreche, ſich für einen Adjutanten Bonapartes ausgegeben; daß er ihn ſei⸗ nem Bruder geſchickt, der bei einem benachbarten Stamme Arzt ſei; der Offizier ſei nun Gefangener jenes Stammes und wenn man ihm das Leben ſchen⸗ ken wolle, ſo werde er ſeinem Bruder ſchreiben, daß man den Gefangenen zurückſende.
Das war vielleicht eine Fabel, um Zeit zu ge⸗
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