Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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V

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Die Hartnäckigkeit Louis', der nicht davon ab⸗ ſtand, machte die Sache ſehr ernſt.

Man verſammelte den Rath der Großen, wie dies in wichtigen Dingen immer geſchah.

Der Rath der Großen entſchied, daß einer der Ihren ſich nicht mit einem Knaben ſchlagen könne; daß jedoch, weil dieſer Knabe ſich durchaus als einen jungen Mann betrachte, ſo ſolle ihm Valence vor allen ſeinen Kameraden ſagen, daß es ihm leid thue, daß er ſich dazu habe hinreißen laſſen, ihn wie einen Knaben zu behandeln, und daß er ihn von nun ab als einen jungen Mann betrachten wolle.

Man ſchickte nach Louis, der in dem Zimmer ſeines Freundes wartete; man führte ihn in den Kreis, welchen die jungen Zöglinge im Hofe bildeten.

Dort erklärte Valence, dem ſeine Kameraden eine Art von Geſpräch dictirt hatten, das lange zwiſchen ihnen berathen worden, um die Ehre der Großen gegenüber den Kleinen zu wahren, Valence er⸗ klärte Louis, daß ihm ſehr leid thue, was geſchehen ſei, daß er ihn nach ſeinem Alter behandelt, und nicht nach ſeinem Verſtande und ſeinem Muthe, in⸗ dem er ihn zugleich bat, ſein Ungeſtüm entſchuldigen und ihm die Hand reichen zu wollen, zum Zeichen, daß Alles vergeben ſei.

Aber Louis ſchüttelte den Kopf.

Ich hörte eines Tages zu meinem Vater ſagen, welcher Oberſt iſt, verſetzte er,daß der, welcher eine Ohrfeige erhielte und ſich nicht ſchlage, ein Feig⸗ ling ſei. Sobald ich meinen Vater ſehe, werde ich ihn fragen, ob der, welcher die Ohrfeige gibt und