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„Um ſo beſſer,“ verſetzte Louis,„ich werde ihn tödten.“
„Und wenn er Dich tödtet?“
„Lieber, als ſeine Ohrfeige hinnehmen.“
Bonaparte beharrte nicht länger auf ſeinen Ein⸗ wendungen: er liebte den Muth aus Inſtinct, der ſeines jungen Kameraden gefiel ihm.
„Nun,“ ſagte er,„ſo ſei es; ich werde Valence zu wiſſen thun, daß Du Dich mit ihm ſchlagen willſt, aber morgen.“
„Weßhalb morgen?“
„Du haſt dann die Nacht zum Nachdenken.“
„Und von heute bis morgen,“ verſetzte der Knabe, „wird Valence glauben, ich ſei ein feiger Menſch!“ Dann ſchüttelte er den Kopf und ſagte:„Es iſt zu lange bis morgen!“ Damit entfernte er ſich.
„Wo gehſt Du hin?“ fragte ihn Bonaparte.
„Ich werde einen Andern fragen, ob er mein Freund ſein will.“
„So bin ich es alſo nicht mehr?“
„Du biſt es nicht mehr, weil Du mich für feig hältſt.“
„Gut,“ ſagte der junge Mann aufſtehend.
„Du gehſt zu ihm?“
Ja
„Augenblicklich?“
„Augenblicklich.“
„Ah!“ rief der Knabe,„ich bitte Dich um Ver⸗ zeihung, Du biſt noch immer mein Freund.“
Und damit ſprang er ihm weinend an den Hals.
Es waren die erſten Thränen, die er ſeit der erhaltenen Ohrfeige geweint.


