Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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er ſich doch ſchon durch ſeinen unbändigen und ſtreit⸗ ſüchtigen Charakter bemerkbar, von dem wir ihn ſiebenzehn Jahre ſpäter an der Table d'Höte von Avignon ein Beiſpiel geben ſahen.

Bonaparte hatte, ebenfalls noch ganz Knabe, die gute Seite dieſes Charakters, das heißt, ohne ein Zänker zu ſein, war er herriſch, halsſtarrig, unbän⸗ dig; er erkannte in dem Knaben einige der Eigenſchaf⸗ ten, die er ſelbſt beſaß, und dieſe Gefühlsſympathie machte, daß er ihm ſeine Fehler vergab und ſich an ihn anſchloß.

Der Knabe fühlte ſeinerſeits eine Stütze in dem jungen Corſen und hielt ſich an ihn.

Eines Tages fand der Knabe ſeinen großen Freund, ſo nannte er Napoleon, im Augen⸗ blicke, als dieſer in die Löſung einer mathematiſchen Aufgabe vertieft war.

Er wußte, welche Wichtigkeit der künftige Artil⸗ lerieoffizier dieſer Wiſſenſchaft beilegte, die ihm bis dahin die größten oder vielmehr die einzigen Erfolge verſchafft.

Er blieb neben ihm ſtehen, ohne zu ſprechen, ohne ſich zu bewegen.

Der junge Mathematiker ahnte die Anweſenheit des Knaben und vertiefte ſich immer mehr in ſeine mathematiſchen Deductionen, aus denen er nach Verfluß von zehn Minuten ehrenvoll hervorging.

Dann wandte er ſich nach ſeinem jungen Kame⸗ raden mit der innern Genugthuung eines Menſchen um, der aus irgend einem Kampfe, ſei es mit der Wiſſenſchaft, ſei es mit der Materie, hervorgeht.

Der Knabe ſtand blaß, die Zähne aufeinander