Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Roland.

Die Heimkehr war ſtumm und traurig; man hätte glauben können, Roland habe, als er die Aus⸗

ſicht des Todes verſchwinden ſah, alle Heiterkeit ver⸗

loren.

Die Kataſtrophe, deren Urheber Roland ſo eben geweſen, konnte wohl einigen Theil an dieſer Schweig⸗ ſamkeit haben, aber wir wollen es nur gleich ſagen, Roland hatte auf dem Schlachtfelde und namentlich in ſeinem letzten Feldzuge gegen die Araber zu häufig mit ſeinem Pferde über Leichname hinweggeſetzt, die er eben zu ſolchen gemacht, als daß der Eindruck, den der Tod eines ihm Unbekannten auf ihn hervor⸗ brachte, hätte ſehr groß ſein können.

Dieſe Traurigkeit hatte ſomit einen andern Grund; es mußte dies ganz ſicher der ſein, den der junge Mann Sir John anvertraut. Es war alſo nicht der Schmerz über den Tod eines Andern, ſondern die Enttäuſchung über den eignen Tod.

Als Sir John in das Hotel du Palais⸗Royal zurückkam, ſtieg er in ſein Zimmer hinauf, um dort ſeine Piſtolen niederzulegen, deren Anblick im Geiſte Rolands etwas wie Gewiſſensbiſſe erwecken konnte;

dann erſchien er wieder bei dem jungen Offizier, um

ihm die drei Briefe zurückzugeben, die er von ihm

empfangen hatte. Er fand ihn nachdenklich auf ſeinen Tiſch geſtütt

daſitzend.