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Im Uebrigen bildeten dieſe beiden Männer einen ſeltſamen Contraſt.
Der Eine mit ſeinen ſchwarzen Haaren, ſeinem ſonnverbrannten Teint, ſeinen ſchlanken Gliedern, ſeinem düſtern Auge war der Typus jener ſüdlichen Race, welche die Griechen, die Römer, die Araber und die Spanier zu ihren Vorfahren zählt.
Der Andere mit dem roſigen Teint, den blonden Haaren, den großen azurblauen Augen, und den niedlichen Händen, wie ſie ſonſt die Frauen haben, war der Typus jener Race des gemäßigten Himmels⸗ ſtrichs, der die Gallier, die Germanen und die Nor⸗ mannen unter ſeine Ahnen zählt.
Wenn man die Situation ſteigern wollte, ſo konnte man leicht dazu kommen, zu glauben, daß dies mehr als ein einzelner Kampfzwiſchen zwei Menſchen ſei.
Man koönnte glauben, es ſei das Duell eines Volkes gegen ein anderes, eines Stammes gegen einen andern, des Südens gegen den Norden.
Waren es dieſe Gedanken, denen wir ſo eben Wort geliehen, welche den Geiſt Rolands beſchäf⸗ tigten und ihn in eine melancholiſche Träumerei ver⸗ ſenkten?
Das iſt nicht wahrſcheinlich.
Thatſache iſt, daß er einen Augenblick Secundan⸗ ten, Duell und Gegner vergaß, ſo war er in die Betrachtung des glänzenden Schauſpieles verſunken.
Die Stimme des Herrn von Barjols zog ihn aus dieſer Geiſtesabweſenheit.
„Wenn Sie bereit ſind, mein Herr, ich bin es.“
Roland zitterte.
„Verzeihung, mein Herr, daß ich Sie warten


