Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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zu ſchreiben oder durch Jemanden ſchreiben zu laſſen, wenn Du es ſelbſt nicht könnteſt. O fürchten Sie nichts, General; ehe vier Tage

vergehen, werden Sie einen Brief von mir haben, antwortete Roland. Dann fügte er mit einem Accente tiefer Bitter⸗ keit hinzu: Haben Sie nicht bemerkt, daß ein Verhängniß über mir waltet, das nicht will, daß ich ſterbe? Roland! machte der Generg in ſtrengem Tone, 3 noch immer!

Nichts, nichts, ſagte der junge Mann den Kopf ſchüttelnd und ſeinen Zügen den Schein ſorg⸗ loſer Heiterkeit verleihend, die der gewöhnliche Aus⸗ ſe druck ſeines Geſichtes geweſen ſein mußte, ehe ihm

das unbekannte Unglück geſchehen, das ihn ſo jung 4 ſchon den Tod wünſchen ließ. Gut. Apropos, ſuche eines zu erfahren. 1 Was, General? Wie es kommt, daß in dem Augenblick, wo wir ſei

mit England im Kriege ſind, ein Engländer ſo frei und unangefochten in Frankreich umherreist, als wäre er zu Hauſe. Gut; ich werde es erfahren. Wie?. Ich weiß noch nicht; aber wenn ich Ihnen ver⸗ valt ſpreche, es zu erfahren, ſo werde ich es erfahren, und müßte ich auch ihn ſelbſt darum befragen. Unglücklicher Menſch! verwickle Dich nicht in eine andere Affaire von dieſer Seite. In jedem Falle wäre das, da er ein Feind iſt, kein Duell, ſondern ein Kampf.