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Mann von guter Familie und der Beweis dafür, daß der ganze Adel von Paris Wagen zu ſeiner Hinrichtung ſchickte.“
„Der Graf von Horn hatte, wenn ich mich recht erinnere, einen Juden ermordet, um ihm einen Wech⸗ ſel zu ſtehlen, den er nicht im Stande war, zu be⸗ zahlen, aber Niemand wird es wagen, zu behaupten, daß ein Genoſſe Jehus ein Haar auf dem Haupte eines Kindes gekrümmt.“
„Nun, meinetwegen; zugegeben, daß das Inſtütut zu philantropiſchen Zwecken gegründet ſei, nämlich das Gleichgewicht zwiſchen den Gütern der Menſchen wieder herzuſtellen, die Launen des Zufalls gut zu machen, die Mißbräuche der Geſellſchaft zu refor⸗ miren,— wenn er auch ein Dieb nach Art Karl Moors wäre, ſo iſt Ihr Freund Morgan, nicht wahr, Morgan nannte ſich der ehrenwerthe Citoyen?...“
„Ja,“ ſagte der Engländer.
„Nun, ſo iſt und bleibt Ihr Freund doch ein Dieb.“ 6 Citoyen Alfred von Barjols wurde äußerſt blaß.
„Der Citoyen Morgan iſt nicht mein Freund,“ antwortete der junge Ariſtokrat,„wenn er es aber wäre, würde ich mir eine Ehre aus ſeiner Freund⸗
ſchaft machen.“
„Ohne Zweifel,“ antwortete Roland laut lachend; 3
„wie Herr von Voltaire ſagt:
„Die Freundſchaft eines großen Mannes
iſt eine Wohlthat der Götter.“
„Roland, Roland,“ ſagte ſein Gefährte in leiſem 3
Tone zu ihm.—
„O General,“ antwortete dieſer, vielleicht mit


