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Inmitten der Schlächter machte ſich ein Kind durch ſeinen unbändigen Blutdurſt bemerkbar.
Es war der Sohn von Lescuyer.
Er mordete und mordete in einem fort; er rühmte ſich, ganz allein, mit ſeiner kindlichen Hand, zehn Männer und vier Frauen gemordet zu haben.
„O, ich kann morden, wie ich will,“ ſagte er, „ich bin noch nicht fünfzehn Jahre, man wird mir nichts anhaben.“
Wie man mordete, ſo warf man Todte und Ver⸗
wundete, Leichen und Lebendige in den Hof des
Trouillas⸗Thurms; ſie fielen ſechzig Fuß hoch herun⸗ ter; die Männer wurden zuerſt hinabgeſchleudert, dann die Frauen. Die Mörder brauchten Zeit, um die Leichen derjenigen, welche jung und hübſch waren, zu ſchänden.
Um neun Uhr Morgens, nach einer zwölfſtün⸗ digen Metzelei, rief eine Stimme aus der Tiefe die⸗ ſes Grabes:
„Habt Gnade! macht ein Ende mit mir, ich kann nicht ſterben.“
Ein Mann, der Waffenſchmied Bouffier, beugte i über die Brüſtung hinab; die Andern wagten es nicht.
„Wer ruft denn?“ fragten ſie.
„Es iſt Lami,“ antwortete Bouffier.
Und als er wieder unter die Uebrigen getreten war, fragten ſie:
„Nun, was haſt Du da drunten geſehen?“
„Eine drollige Marmelade,“ ſagte er,„alles durcheinander, Männer und Frauen, Prieſter und hübſche Mädchen,'s iſt um vor Lachen zu berſten.“


