Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Alle dieſe Menſchen waren von einem feinen Octoberregen durchfröſtelt.

Es war ſchwer, aus dieſen Leuten Mörder zu machen.

Wohl! aber dem Teufel iſt nichts ſchwer.

Es gibt in ſolchen Zeiten eine Stunde, wo es iſt, als wenn Gott das Vaterland verließe.

Dann kommt der Teufel an die Reihe.

Der Teufel trat in Perſon in dieſen kalten und ſchmutzigen Hof. Er hatte die Geſtalt und das Aeußere eines einheimiſchen Apothekers Namens Mendes an⸗ genommen; er ſtellte einen von zwei Laternen beleuch⸗ teten Tiſch auf; dieſen bedeckte er mit Gläſern, Kan⸗ nen, Krügen und Flaſchen.

Welcher Art war das hölliſche Gebräu, das in dieſen geheimnißvollen Gefäßen mit den bizarren Formen verſchloſſen war? Man weiß es nicht, aber die Wirkung kennt man wohl.

Alle, welche von der diaboliſchen Flüſſigkeit tran⸗ ken, fühlten ſich plötzlich von einer fieberhaften Wuth, von einem Mord⸗ und Blutdurſt ergriffen.

Nun brauchte man ihnen nur noch die Thüre zu zeigen, ſie ſtürzten ſich von ſelbſt in das Ge⸗ fängniß.

Die Metzelei dauerte die ganze Nacht; die ganze Nacht hindurch hörte man Schreien, Jammern und Todesröcheln durch die Dunkelheit dringen.

Man metzelte und erwürgte Alles, Männer und Frauen: die Schlächter waren, wie wir ſagten, be⸗ rauſcht und ſchlecht bewaffnet. Aber es gelang ihnen doch.