Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Es gab kein legal zuſammengeſetztes Tribunal, als die Tribunale des Papſtes.

Die Unglücklichen umbringen laſſen, wie ſie Les⸗ cuyer umgebracht?

Wir ſagten bereits, daß ein Drittheil, vielleicht ſogar die Hälfte nicht nur keinen Theil an dem Meuchelmord genommen, ſondern nicht mal den Fuß in die Kirche geſetzt.

Sie hinrichten laſſen? Das Gemetzel würde als Repreſſalie gelten.

Aber um dieſe achtzig Perſonen hinzurichten, brauchte man eine gewiſſe Anzahl von Henkern.

Eine Art von Tribunal, das Jourdan improviſirt, hielt ſeine Sitzungen in einem der Säle des Palaſtes: es hatte einen Greffier mit Namen Raphel, einen Präſidenten, der halb Italiener, halb Franzoſe war, einen Redner im Volkspatois, mit Namen Barbe⸗ Savournin de la Roua; dang drei oder vier arme Teufel, einen Bäcker, einen Speckhändler, die Namen verlieren ſich bei der untergeordneten Stellung.

Das waren die Menſchen, welche riefen:

Man muß ſie alle umbringen; wenn ein Ein⸗ ziger entkäme, würde er als Zeuge dienen.

Aber wie wir ſagten, die Henker fehlten.

Man hatte kaum zwanzig Menſchen im Hofe zur Verfügung, ſie gehörten alle den untern Volksklaſſen von Avignon an: ein Perückenmacher, ein Damen⸗ Schuhmacher, ein Seifenſieder, ein Maurer, ein Tiſch⸗ ler; alle kaum, wie es eben der Zufall fügte, be⸗ waffnet. Der Eine mit einem Säbel, der Andere

mit einem Bayonnet, Dieſer mit einer Eiſenſtange,

Jener mit einem am Feuer gehärteten Stück Holz.