Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Unglücklichen blutend, entſtellt, zerſtoßen ſeinen Todes⸗ kampf langſam auskoſten.

Er dauerte fünf Stunden, während welcher die⸗ ſer arme Leichnam unter dem Gelächter, den Be⸗ ſchimpfungen und Verſpottungen der Menge auf den Stufen des Altars zuckte.

So mordet man in Avignon.

Aber man höre, es gibt noch eine andere Art.

Ein Mann von der franzöſiſchen Partei hatte die Idee, auf das Leihhaus zu gehen und ſich zu erkun⸗ digen, wie es dort ſtand..

Alles war in beſter Ordnung: es war kein ſil⸗ bernes Beſteck von dort weggekommen.

Alſo nicht als Mitſchuldigen an einem Diebſtahl, ſondern als Patrioten hatte man Lescuyer ſo grau⸗ ſam hingemetzelt.

Er war zu jener Zeit ein Mann in Avignon,

der mit dem Volke nach Belieben ſchaltete und waltete.

All dieſe furchtbaren Rädelsführer des Südens haben eine ſo traurige Berühmtheit erlangt, daß es genügt, ſie nur zu nennen, und ſelbſt der Unbele⸗ ſenſte wird ſie kennen.

Dieſer Mann hieß Jourdan.

Ein Großſprecher und Lügner, hatte er die Leute vom untern Volke glauben gemacht, daß er es ſei, der dem Commandanten der Baſtille den Hals abge⸗ ſchnitten. Man nannte ihn deßhalb auch Jourdan Coupe⸗ tẽte.

Dies war nicht ſein Name: er hieß eigentlich Matthieu Jouve. Er war kein Provencale, ſondern aus Puy⸗en ⸗Velay. Er war anfangs Maulthier⸗

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