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Das wars nicht, was ſie brauchten. Sie warfen ſich auf ihn, rißen ihn von der Tribüne, ſtießen ihn unter die brüllende Menge, welche ihn nach dem Altar ſchleppte, indem ſie jenes furchtbare Geſchrei ausſtieß, welches die Mitte hält zwiſchen dem Pfei⸗ fen der Schlange und dem Gebrüll des Tigers, jenes mörderiſche Zu! Zu!, das dem Avignoneſer Volke eigenthümlich iſt.
Lescuyer kannte dieſen unheilvollen Schrei; er ſuchte ſich an den Fuß des Altars zu retten.
Er flüchtete ſich nicht dahin, er ſtürzte vielmehr daran nieder.
Ein Polſtermacher, der mit einem Stocke bewaff⸗ net war, hatte ihm eben einen ſo heftigen Schlag damit auf den Kopf verſetzt, daß der Stock in zwei Stücke zerbrochen war.
Man ſtürzte ſich nun auf den armen Leichnam, und mit jener Miſchung von Wildheit und Luſtigkeit, welche den Völkern des Südens eigenthümlich iſt, begannen die Männer ſingend ihm auf dem Bauch herumzutanzen, während die Frauen, zur Sühne der Blasphemien, die er gegen den Papſt ausgeſtoßen, ihm mit ihren Scheeren die Lippen abſchnitten oder beſſer geſagt, feſtonnirten.
Und aus dieſer Maſſe der Wüthenden drang ein Geſchrei oder vielmehr ein Röcheln hervor; dieſes Röcheln ſagte:
„Im Namen des Himmels! im Namen der Jung⸗ frau! im Namen der Menſchlichkeit! macht doch ein Ende mit mir!“
Dieſes Röcheln wurde gehört: wie auf einen Wink entfernten ſich die Mörder. Man ließ den „.


